Richtig heizen in der Mietwohnung: 7 Schritte, die Geld und CO2 sparen
Stand: . Quellen am Ende des Artikels, Arbeitsweise unter So arbeiten wir.
Temperatur je Raum festlegen
Wohnräume höchstens 20 Grad, Küche 18, Schlafzimmer 17 Grad, so empfiehlt es das Umweltbundesamt. In genutzten Räumen nicht unter 16 Grad gehen, sonst droht Schimmel.
Thermostat auf die passende Stufe, nicht auf 5
Stufe 3 entspricht etwa 20 Grad, Stufe 2 etwa 16 Grad. Stufe 5 heizt nicht schneller, sondern nur länger, bis rund 28 Grad erreicht sind. Einmal einstellen und in Ruhe regeln lassen.
Türen zu, Heizkörper frei
Türen zwischen warmen und kühlen Räumen geschlossen halten. Sofa, Vorhänge und Verkleidungen gehören nicht vor den Heizkörper, sonst misst der Thermostat falsch und die Wärme bleibt hängen.
Stoßlüften mit abgedrehtem Thermostat
Mehrmals täglich Fenster ganz öffnen, im Winter etwa 5 Minuten. Vorher den Thermostat herunterdrehen, danach wieder hoch. Kein Dauerkippen.
Nachts und bei Abwesenheit absenken
Nachts und wenn du einige Stunden weg bist, reichen etwa 18 Grad, bei mehreren Tagen Abwesenheit etwa 15 Grad. Absenken ja, ganz abschalten nein.
Wärme drinnen halten
Abends Rollläden und Vorhänge schließen, zugige Fenster abdichten. Der Vorhang darf den Thermostat nicht verdecken.
Verbrauch kontrollieren
Ein Thermometer in Raummitte zeigt, was die Thermostatstufe wirklich bringt. Die Heizkostenabrechnung mit dem Vorjahr vergleichen, dann siehst du, ob sich die Änderungen lohnen.
Warum sich richtig heizen doppelt lohnt
Heizen ist in einer Wohnung der größte Posten, beim Geld wie beim CO2. Laut Umweltbundesamt entfallen von den CO2-Emissionen des privaten Konsums, die das Amt hier betrachtet, 73 Prozent auf Raumwärme und 12 Prozent auf warmes Wasser. Das Licht, über das gern gestritten wird, kommt auf 1,5 Prozent.
Auch finanziell geht es um echte Beträge. Nach dem Heizspiegel 2025 von co2online kostete das Heizen einer 70-Quadratmeter-Wohnung im Mehrfamilienhaus mit Gas im Jahr 2024 rund 1.030 Euro, für 2025 rechnet co2online mit etwa 1.180 Euro. Neun von zehn Haushalten könnten laut Heizspiegel rund 400 Euro im Jahr sparen. Einen Teil davon holst du ohne Handwerker und ohne Vermieter: Richtige Raumtemperatur, Stoßlüften bei abgedrehter Heizung und weniger Warmwasser bringen nach dem Heizspiegel kurzfristig bis zu 10 Prozent weniger Energieverbrauch.
Die Heizungsanlage selbst kannst du als Mieter nicht ändern. Was du steuerst: Thermostat, Lüften, Türen, Möbel, Vorhänge. Das reicht für einen spürbaren Unterschied.
Schritt 1: Die richtige Temperatur je Raum
Das Umweltbundesamt empfiehlt höchstens 20 Grad in Wohnräumen, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer, sofern du dich damit wohlfühlst. Die Verbraucherzentrale nennt ähnliche Werte und zieht eine klare Untergrenze: Unter 16 Grad solltest du nicht heizen, sonst droht Schimmel.
| Raum | Richtwert |
|---|---|
| Wohnzimmer, Arbeitszimmer | höchstens 20 °C |
| Küche | 18 °C |
| Schlafzimmer | 17 °C |
| Nachts oder einige Stunden weg | etwa 18 °C |
| Mehrere Tage verreist | etwa 15 °C |
Warum das Bad wärmer sein darf und wo die Empfehlungen auseinandergehen, steht im Artikel zur optimalen Raumtemperatur.
Schritt 2: Den Thermostat verstehen
Die Zahlen am Heizkörper sind Zieltemperaturen, keine Gänge. Nach co2online entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad, Stufe 2 etwa 16 Grad und Stufe 5 rund 28 Grad. Wer in eine kalte Wohnung kommt und auf 5 dreht, wird nicht schneller warm. Der Heizkörper heizt nur länger weiter, bis es zu warm ist, und dann geht das Fenster auf. Die ganze Tabelle mit allen Zwischenstrichen findest du unter Thermostat-Stufen.
Schritt 3: Türen zu, Heizkörper frei
Das Umweltbundesamt rät davon ab, kühle Räume über offene Türen aus warmen Räumen mitzuheizen. Der Deutsche Mieterbund erklärt, warum: Die warme Luft bringt Feuchtigkeit mit, die sich im kühleren Raum an den Wänden niederschlägt.
Genauso wichtig ist ein freier Heizkörper. Die Verbraucherzentrale rät, Heizkörper nicht zuzustellen und keine langen Vorhänge darüber hängen zu lassen. Sonst staut sich die Wärme und der Fühler im Thermostat meldet zu früh, dass es warm genug ist. Möbel an Außenwänden stellst du laut Umweltbundesamt mit mindestens 10 Zentimetern Abstand auf, damit Luft dahinter zirkulieren kann. Gluckert der Heizkörper oder bleibt er oben kalt, hilft oft Entlüften.
Schritt 4: Lüften, ohne zum Fenster hinaus zu heizen
Stoßlüften statt Dauerkippen: Diesen Rat geben Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale und co2online übereinstimmend. Im Winter reichen laut Umweltbundesamt 5 bis 10 Minuten mit weit offenem Fenster, mehrmals am Tag. Vorher den Thermostat herunterdrehen, sonst merkt der Fühler die kalte Luft und öffnet das Ventil voll. Dauer nach Jahreszeit, Rhythmus und Sonderfälle wie Bad und Schlafzimmer stehen im Artikel richtig lüften. Ob du genug lüftest, zeigt ein Hygrometer, mehr dazu unter Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.
Schritt 5: Absenken statt abschalten
Nachts und wenn du einige Stunden weg bist, reichen laut Umweltbundesamt etwa 18 Grad, bei mehreren Tagen Abwesenheit etwa 15 Grad. Ganz ausschalten ist keine gute Idee. Das Umweltbundesamt warnt, dass das Schimmelrisiko in bewohnten Wohnungen unter 16 bis 18 Grad zum Teil massiv steigt. Wie du am Thermostat absenkst und was der Vermieter zentral darf, erklärt der Artikel zur Nachtabsenkung.
Wer das abends vergisst, kann das einem programmierbaren Thermostat überlassen. Das Umweltbundesamt nennt dafür eine Ersparnis von etwa 10 Prozent. Den Thermostatkopf darfst du als Mieter tauschen, Details stehen im Artikel über smarte Thermostate in der Mietwohnung.
Schritt 6: Die Wärme drinnen halten
Geschlossene Rollläden verringern die Wärmeverluste über das Fenster in der Nacht laut Umweltbundesamt um etwa 20 Prozent. Vorhänge helfen ebenfalls, solange sie den Thermostat nicht verdecken. Zieht es an Fenstern oder Wohnungstür, lohnt sich Dichtungsband. Wie das rückbaubar geht, steht unter Fenster abdichten.
Schritt 7: Prüfen, ob es wirkt
Ein Zimmerthermometer in Raummitte zeigt dir, welche Stufe bei dir wirklich 20 Grad ergibt. co2online rät außerdem, den Verbrauch über vergleichbare Zeiträume zu verfolgen. Die Heizkostenabrechnung ist dafür der einfachste Maßstab. Wo deine Kosten im Vergleich liegen, zeigt der Artikel Heizkosten pro Quadratmeter.
Was ein Grad weniger bringt: Geld
Verbraucherzentrale und co2online rechnen mit rund 6 Prozent weniger Heizenergie je Grad Raumtemperatur. Legt man das auf die Heizspiegel-Prognose von 1.180 Euro für eine 70-Quadratmeter-Gaswohnung, ergibt das grob etwa 70 Euro im Jahr für ein einziges Grad. Das ist eine Überschlagsrechnung aus zwei Quellen, keine Garantie für deine Wohnung: Dein Verbrauch hängt von Gebäude, Lage und Abrechnung ab. Die Größenordnung stimmt aber, und zwei Grad weniger, etwa von 22 auf 20, sind entsprechend das Doppelte.
Was das fürs Klima bedeutet
Solange die Heizung mit demselben Brennstoff läuft, sinkt der CO2-Ausstoß im gleichen Verhältnis wie der Verbrauch. 6 Prozent weniger Gas heißt also 6 Prozent weniger CO2 aus deiner Heizung.
Die Verbraucherzentrale beziffert die Emissionen: Erdgas verursacht rund 201 Gramm CO2 je Kilowattstunde, Heizöl rund 266 Gramm. Jede 1.000 Kilowattstunden Gas, die du nicht verbrauchst, sparen demnach rund 201 Kilogramm CO2. Welche Kilowattstundenzahl bei dir zutrifft, steht in deiner Heizkostenabrechnung.
Das CO2 hat außerdem einen Preis, den du über die Heizkosten mitbezahlst. Die Verbraucherzentrale nennt für 2026 einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Pro eingesparter Tonne CO2 sind das also 55 bis 65 Euro netto weniger CO2-Kosten auf der Abrechnung, bevor Umsatzsteuer dazukommt. Der Effekt ist heute kleiner als der Energiepreis selbst, aber er zeigt in dieselbe Richtung.
Die ehrliche Einordnung: Ein Haushalt allein rettet das Klima nicht, und mit dem Thermostat machst du aus einer Gasheizung keine Wärmepumpe. Raumwärme ist aber der größte CO2-Posten im Haushalt, und hier ist die eingesparte Kilowattstunde die einfachste, die es gibt.
Die CO2-Kosten teilen sich Mieter und Vermieter
Heizt dein Haus mit Gas oder Öl, trägt der Vermieter einen Teil des CO2-Preises. Nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz richtet sich sein Anteil nach dem CO2-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter. Die Spanne reicht laut Anlage zum Gesetz von 0 Prozent bei sehr effizienten Häusern bis 95 Prozent bei Gebäuden mit mehr als 52 Kilogramm CO2 je Quadratmeter und Jahr. Wie du deinen Anteil in der Abrechnung prüfst, erklärt der Artikel zur CO2-Kostenaufteilung, nachrechnen kannst du mit dem CO2-Kosten-Rechner.
Was du tun kannst und was der Vermieter tun muss
Temperatur, Lüften, Türen, Möbel und Thermostatköpfe liegen bei dir. Der Vermieter muss dafür sorgen, dass die Heizung funktioniert. Der Deutsche Mieterbund nennt als Maßstab, dass die Wohnung ab dem 1. Oktober zwischen 6 und 24 Uhr 20 bis 22 Grad erreichen kann und nachts etwa 18 Grad. Eine grundsätzliche Heizpflicht für Mieter gibt es nach seiner Darstellung nicht, solange durch Kälte kein Schaden entsteht und du ausreichend lüftest.
Wird es trotz voll aufgedrehtem Thermostat nicht warm genug, melde das dem Vermieter schriftlich mit gemessenen Temperaturen, Datum und Uhrzeit. Was dir dann zusteht, steht im Artikel zur Mindesttemperatur in der Wohnung. Arbeiten an der Anlage selbst, etwa an Heizkurve oder Pumpe, sind Sache von Vermieter und Fachbetrieb. Bei Streit hilft der örtliche Mieterverein oder die Verbraucherzentrale.
Häufige Fragen
Ab wie viel Grad Außentemperatur sollte man heizen?
Das hängt vom Gebäude an. co2online nennt als Richtwert für unsanierte Häuser vor 1977 etwa 15 bis 17 Grad Außentemperatur, für teilsanierte Bauten von 1977 bis 1995 etwa 14 bis 16 Grad und für Neubauten ab 1995 etwa 12 bis 15 Grad. Die übliche Heizperiode läuft vom 1. Oktober bis 30. April. In der Mietwohnung entscheidest du am Thermostat, der Vermieter muss die Anlage betriebsbereit halten.
Heizung auf 2, wie viel Grad sind das?
Stufe 2 entspricht bei üblichen Thermostatköpfen etwa 16 Grad Raumtemperatur. Das passt für Flur oder selten genutzte Räume. Für ein bewohntes Schlafzimmer ist es die Untergrenze, kühler sollte es wegen Schimmelgefahr nicht werden.
Soll ich die Heizung nachts ausschalten?
Nein, besser absenken. Das Umweltbundesamt hält nachts etwa 18 Grad für ausreichend und warnt, dass das Schimmelrisiko unter 16 bis 18 Grad zum Teil massiv steigt. Auch der Deutsche Mieterbund rät, die Heizung bei Abwesenheit nicht ganz abzustellen.
Ist es sparsamer, die Heizung durchlaufen zu lassen?
Nicht auf voller Temperatur. Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie, das gilt auch für Stunden, in denen niemand zu Hause ist. Sinnvoll ist ein Mittelweg: absenken, aber die Räume nicht auskühlen lassen. Ein programmierbarer Thermostat erledigt das automatisch.
Wer zahlt die CO2-Kosten fürs Heizen in der Mietwohnung?
Bei Gas und Heizöl teilen sich Vermieter und Mieter den CO2-Preis nach dem CO2-Kostenaufteilungsgesetz. Je schlechter das Gebäude, desto mehr trägt der Vermieter, von 0 bis 95 Prozent. Der Anteil steht in der Heizkostenabrechnung.
Quellen
- Umweltbundesamt: Richtiges Heizen schützt das Klima und den Geldbeutel
- Umweltbundesamt: Heizen und Raumtemperatur
- Umweltbundesamt: FAQ Absenkung der Raumtemperatur in Herbst und Winter
- Verbraucherzentrale: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen
- Verbraucherzentrale: CO2-Preis der eigenen Heizkosten berechnen
- co2online: Heizspiegel 2025, Heizen mit Gas wieder deutlich teurer
- co2online: Richtig heizen, die 10 besten Tipps
- co2online: Thermostate richtig einstellen und bedienen
- co2online: Heizperiode, ab wann muss ich heizen?
- Deutscher Mieterbund: Heizperiode gestartet
- Deutscher Mieterbund: Richtig heizen, richtig lüften
- Anlage zum CO2-Kostenaufteilungsgesetz: Stufenmodell
Passt dazu
- Nachtabsenkung der Heizung: Was du als Mieter selbst regelstNachts reichen etwa 18 Grad, unter 16 Grad steigt das Schimmelrisiko. So senkst du am Thermostat selbst ab und weißt, was der Vermieter zentral darf.
- Optimale Raumtemperatur: Wie warm welches Zimmer sein sollteWohnzimmer 20 Grad, Küche 18, Schlafzimmer 16 bis 18, Bad bis 24 Grad. Die Richtwerte je Raum, die Untergrenze gegen Schimmel und was der Vermieter schuldet.
- Richtig lüften: Stoßlüften statt Kippfenster, so geht'sIm Winter 5 Minuten, im Sommer bis zu 30: So lange und so oft lüftest du richtig, warum das Kippfenster Geld kostet und was mit dem Thermostat passiert.
- Luftfeuchtigkeit in der Wohnung: Welche Werte sind richtig?Ideal sind 40 bis 60 Prozent, im Altbau im Winter unter 50. Ab wann Schimmel droht, wie du mit dem Hygrometer misst und was bei zu hohen Werten hilft.