Wohnung besser heizen

Nachtabsenkung der Heizung: Was du als Mieter selbst regelst

Stand: . Quellen am Ende des Artikels, Arbeitsweise unter So arbeiten wir.

Kurz und knappNachts reichen etwa 18 Grad, empfiehlt das Umweltbundesamt. Unter 16 Grad solltest du nicht gehen, sonst steigt das Schimmelrisiko. In der Mietwohnung senkst du selbst am Thermostat ab, etwa auf Stufe 2 bis 2,5. Senkt der Vermieter zentral ab, muss die Wohnung nach Darstellung des Mieterbunds auch nachts rund 18 Grad erreichen können.

Was Nachtabsenkung bedeutet

Nachtabsenkung heißt: Nachts wird weniger geheizt, weil ohnehin alle unter der Bettdecke liegen. Die Energieberatung der Verbraucherzentrale unterscheidet zwei Wege:

  • Zentral an der Heizungsanlage. Der Kessel oder die Wärmepumpe liefert nachts automatisch weniger Wärme. Das stellt der Vermieter oder ein Fachbetrieb ein.
  • Von Hand am Thermostat. Du drehst abends die Thermostatköpfe herunter. Die Heizkörper fordern dann weniger Wärme an, und die Anlage liefert weniger.

In einer Mietwohnung im Mehrfamilienhaus ist der zweite Weg deiner. Laut Verbraucherzentrale ist eine starke zentrale Absenkung dort ohnehin heikel, weil nicht alle Bewohner denselben Rhythmus haben. Wer Schicht arbeitet, schläft tagsüber und ist nachts wach.

Wie viel es bringt

In einem Einfamilienhaus spart eine konsequente Nachtabsenkung nach Angaben der Verbraucherzentrale 5 bis 12 Prozent Heizenergie gegenüber durchgehendem Heizen. Für Mietwohnungen gibt es keine eigene Zahl, das Prinzip ist aber dasselbe. co2online rechnet mit rund 6 Prozent weniger Heizenergie je Grad, das du die Raumtemperatur senkst.

Am meisten bringt die Absenkung in ungedämmten Altbauten mit klassischen Heizkörpern. In gut gedämmten Gebäuden kühlen die Räume nachts ohnehin kaum aus, und bei Fußbodenheizungen ist der Effekt kleiner, weil sie träge reagieren. Beides schreibt die Verbraucherzentrale.

Wie weit du absenken solltest

Situation Empfehlung Quelle
Tagsüber in Wohnräumen 20 Grad, nicht unter 19 bis 20 Grad Umweltbundesamt
Nachts oder einige Stunden weg etwa 18 Grad Umweltbundesamt
Einige Tage weg etwa 15 Grad Umweltbundesamt
Untergrenze in genutzten Räumen nicht unter 16 Grad Verbraucherzentrale

Das Umweltbundesamt warnt ausdrücklich: Fällt die Raumluft in der Heizperiode unter 16 bis 18 Grad, steigt das Schimmelrisiko in bewohnten Wohnungen zum Teil massiv. Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit halten, und die schlägt sich an kühlen Wänden nieder. Die gesparten Heizkosten sind schnell wieder weg, wenn du hinter dem Schrank Schimmel wegputzen musst.

So setzt du es am Thermostat um

  1. Abends herunterdrehen. Stufe 2 entspricht etwa 16 Grad, Stufe 2,5 nach Angaben der Verbraucherzentrale etwa 18 Grad. Was welche Zahl bedeutet, steht im Artikel Thermostat-Stufen.
  2. Türen zu. co2online rät, die Türen beheizter Räume geschlossen zu halten. Sonst heizt das Wohnzimmer den Flur gleich mit.
  3. Morgens rechtzeitig hochdrehen, nicht voll aufdrehen. Stufe 5 heizt nicht schneller, der Raum braucht einfach etwas Vorlauf.
  4. Rollläden und Vorhänge schließen. Geschlossene Rollläden verringern die Wärmeverluste über das Fenster in der Nacht laut Umweltbundesamt um etwa 20 Prozent. Der Vorhang darf aber nicht über dem Thermostat hängen.

Wer abends das Herunterdrehen vergisst oder morgens nicht im Kalten aufstehen will, kann programmierbare Thermostate nutzen. Umweltbundesamt und co2online nennen dafür eine Ersparnis von etwa 10 Prozent. Was du in der Mietwohnung dabei beachten musst, erklärt der Artikel über smarte Thermostate in der Mietwohnung.

Wenn der Vermieter zentral zu stark absenkt

Eine zentrale Absenkung ist nicht automatisch ein Mangel. Der Deutsche Mieterbund nennt als Maßstab: Zwischen 6 und 24 Uhr muss die Wohnung 20 bis 22 Grad erreichen können, nachts darf auf etwa 18 Grad abgesenkt werden.

Wird es bei dir nachts deutlich kälter oder kommt die Heizung morgens erst gegen Mittag in Gang, liegt ein Mangel nahe. Den musst du dem Vermieter nach § 536c BGB unverzüglich melden, am besten schriftlich mit Datum, Uhrzeit und gemessener Raumtemperatur. Ein einfaches Thermometer in Raummitte reicht dafür. Ob eine Mietminderung in Frage kommt und in welcher Höhe, ist eine Einzelfallentscheidung. Lass dich vorher beim örtlichen Mieterverein oder der Verbraucherzentrale beraten und mindere nicht auf eigene Faust.

Welche Temperatur tagsüber in welchem Raum sinnvoll ist, steht im Artikel zur optimalen Raumtemperatur.

Häufige Fragen

Lohnt sich die Nachtabsenkung bei einer Fußbodenheizung?

Meist kaum. Fußbodenheizungen arbeiten mit niedrigen Temperaturen und reagieren träge. Nach der Energieberatung der Verbraucherzentrale ist das Sparpotenzial hier deutlich kleiner als bei klassischen Heizkörpern, und morgens dauert es länger, bis es wieder warm ist.

Ist es billiger, die Heizung nachts ganz auszumachen?

Nein. Kühlt die Wohnung stark aus, wird es an Außenwänden feucht und das Schimmelrisiko steigt. Die Verbraucherzentrale rät, nicht unter 16 Grad zu gehen. Absenken ja, abschalten nein.

Ab wann darf der Vermieter die Heizung nachts absenken?

Der Deutsche Mieterbund nennt die Zeit von 6 bis 24 Uhr als Tageszeit, in der 20 bis 22 Grad erreichbar sein müssen. In der Nacht darf die Anlage abgesenkt werden, die Wohnung soll aber noch etwa 18 Grad erreichen können.

Muss ich morgens früher aufdrehen, damit es warm ist?

Ja, ein wenig Vorlauf braucht jeder Raum. Stufe 5 bringt dabei nichts, weil das Ventil beim Aufheizen auch auf Stufe 3 schon ganz offen ist. Ein programmierbarer Thermostat erledigt das Hochdrehen automatisch vor dem Aufstehen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale Energieberatung: Nachtabsenkung
  2. Umweltbundesamt: FAQ Absenkung der Raumtemperatur in Herbst und Winter
  3. Umweltbundesamt: Heizen und Raumtemperatur
  4. co2online: Thermostate richtig einstellen und bedienen
  5. Verbraucherzentrale: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen
  6. § 536c BGB: Mängelanzeige durch den Mieter
  7. Deutscher Mieterbund: Heizperiode gestartet

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