Wohnung besser heizen

Optimale Raumtemperatur: Wie warm welches Zimmer sein sollte

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Kurz und knappDas Umweltbundesamt empfiehlt höchstens 20 Grad in Wohnräumen, 18 Grad in der Küche und 17 Grad im Schlafzimmer. Das Bad darf beim Benutzen wärmer sein, co2online nennt 24 Grad. Nachts reichen etwa 18 Grad. Unter 16 Grad solltest du in genutzten Räumen nicht gehen, sonst droht Schimmel. Jedes Grad weniger spart rund 6 Prozent Heizenergie.

Die Richtwerte je Raum

Eine einzige optimale Raumtemperatur gibt es nicht. Es gibt Richtwerte, die Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale und co2online je Raum nennen. Sie liegen nah beieinander:

Raum Umweltbundesamt Verbraucherzentrale co2online
Wohnzimmer höchstens 20 °C 20 °C 20 °C
Küche 18 °C keine Angabe 20 °C
Schlafzimmer 17 °C 18 °C 16 °C
Bad (beim Benutzen) keine Angabe keine Angabe 24 °C
Selten genutzte Räume keine Angabe 16 °C keine Angabe

Wenn du dir nur eine Zahl merken willst: 20 Grad dort, wo du dich aufhältst, weniger überall sonst. Das Umweltbundesamt formuliert die Werte ausdrücklich als Obergrenzen, sofern sie sich für dich behaglich anfühlen. Wer mit 19 Grad gut klarkommt, spart mehr.

Grundriss einer Wohnung mit den Empfehlungen des Umweltbundesamts: Wohnzimmer höchstens 20 °C, Küche 18 °C, Schlafzimmer 17 °C; nachts oder bei einigen Stunden Abwesenheit etwa 18 °C, bei mehreren Tagen Abwesenheit etwa 15 °C
Empfohlene Raumtemperaturen je Zimmer. Quelle: Umweltbundesamt

Am Thermostat entspricht Stufe 3 etwa 20 Grad, Stufe 2 etwa 16 Grad. Die ganze Übersicht steht im Artikel Thermostat-Stufen.

Schlafzimmer: kühler, aber nicht kalt

Beim Schlafzimmer gehen die Empfehlungen am weitesten auseinander, von 16 Grad bei co2online bis 18 Grad bei der Verbraucherzentrale. Das Umweltbundesamt liegt mit 17 Grad in der Mitte.

Die Untergrenze ist dagegen eindeutig. Die Verbraucherzentrale rät, nicht unter 16 Grad zu heizen, weil sonst Schimmel droht. Das Umweltbundesamt schreibt, dass das Schimmelrisiko in bewohnten Wohnungen bei Temperaturen unter 16 bis 18 Grad zum Teil massiv steigt. Feuchtigkeit schlägt sich an kalten Flächen nieder, und im kühlsten Raum der Wohnung gibt es davon die meisten.

Deshalb gilt für kühle Schlafzimmer: Tür zu, co2online rät ohnehin, die Türen beheizter Räume geschlossen zu halten. Regelmäßig lüften, das Umweltbundesamt nennt für Wohnungen zwei- bis dreimal täglich etwa 5 Minuten. Und Möbel mit mindestens 10 Zentimetern Abstand zur Außenwand aufstellen, auch das empfiehlt das Umweltbundesamt.

Nachts und bei Abwesenheit

Nachts oder wenn du einige Stunden weg bist, reichen laut Umweltbundesamt etwa 18 Grad. Bist du ein paar Tage verreist, genügen etwa 15 Grad. Wie du das am Thermostat umsetzt, erklärt der Artikel zur Nachtabsenkung.

Was jedes Grad kostet

Nach Verbraucherzentrale und co2online spart jedes Grad weniger rund 6 Prozent Heizenergie. Von 22 auf 20 Grad sind also etwa 12 Prozent. In einer Mietwohnung ist das eine der wenigen Stellschrauben, die du komplett selbst in der Hand hast. Keine Anschaffung, kein Vermieter, nur ein Dreh am Thermostat.

Umgekehrt heizt du nicht schneller, wenn du den Thermostat voll aufdrehst. co2online weist darauf hin, dass der Heizkörper dann nur länger heizt, bis eine höhere Temperatur erreicht ist.

Temperatur richtig messen

Die Stufen am Thermostat sind nur Näherungswerte. Für ein ehrliches Bild stellst du ein einfaches Thermometer in Raummitte, etwa auf Tischhöhe und nicht an die Außenwand. Nach zwei Tagen weißt du, welche Stufe bei dir welche Temperatur ergibt. Ein Hygrometer dazu zeigt die Luftfeuchte, mehr dazu im Artikel über Luftfeuchtigkeit in der Wohnung.

Was der Vermieter schuldet

Die Richtwerte oben sind Empfehlungen zum Sparen. Wie warm die Wohnung werden können muss, ist eine andere Frage. Der Deutsche Mieterbund nennt als Maßstab 20 bis 22 Grad von 6 bis 24 Uhr und etwa 18 Grad nachts. Die Heizperiode läuft nach seiner Darstellung ab dem 1. Oktober.

Schafft die Heizung diese Werte nicht, musst du den Mangel nach § 536c BGB unverzüglich melden, am besten schriftlich mit gemessenen Temperaturen, Datum und Uhrzeit. Ob und in welcher Höhe eine Mietminderung in Frage kommt, ist eine Einzelfallentscheidung. Lass dich vorher beim örtlichen Mieterverein oder der Verbraucherzentrale beraten.

Häufige Fragen

Welche Temperatur ist im Schlafzimmer optimal?

Die Empfehlungen liegen zwischen 16 und 18 Grad. Das Umweltbundesamt nennt 17 Grad, die Verbraucherzentrale 18 Grad. Kühler als 16 Grad sollte es wegen der Schimmelgefahr nicht werden. Wer bei 17 Grad friert, nimmt 18. Die Zahl ist ein Richtwert, keine Vorschrift.

Wie warm muss der Vermieter die Wohnung machen können?

Der Deutsche Mieterbund nennt als Maßstab 20 bis 22 Grad in der Zeit von 6 bis 24 Uhr und etwa 18 Grad in der Nacht. Schafft die Heizung das in der Heizperiode nicht, solltest du den Mangel schriftlich melden.

Muss ich als Mieter eine Mindesttemperatur halten?

Eine grundsätzliche Heizpflicht gibt es nach Darstellung des Mieterbunds nicht. Du darfst kühler heizen oder im Urlaub absenken, solange durch die Kälte kein Schaden entsteht. Wer sparsam heizt, muss dafür öfter lüften, damit sich keine Feuchtigkeit sammelt.

Welche Luftfeuchtigkeit passt zur Raumtemperatur?

Das Umweltbundesamt rät, in schlecht gedämmten Wohnungen im Winter unter 50 Prozent relativer Luftfeuchte zu bleiben. Liegt sie über Tage oder Wochen über 60 Prozent, kann sich Schimmel bilden.

Quellen

  1. Umweltbundesamt: Heizen und Raumtemperatur
  2. Umweltbundesamt: FAQ Absenkung der Raumtemperatur in Herbst und Winter
  3. Verbraucherzentrale: 10 einfache Tipps zum Heizkosten sparen
  4. co2online: Thermostate richtig einstellen und bedienen
  5. Deutscher Mieterbund: Heizperiode gestartet
  6. § 536c BGB: Mängelanzeige durch den Mieter

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