Wohnung besser heizen

Smarte Thermostate in der Mietwohnung: was du darfst

Stand: . Quellen am Ende des Artikels, Arbeitsweise unter So arbeiten wir.

Kurz und knappJa, du darfst die Thermostatköpfe auf eigene Kosten gegen smarte oder programmierbare tauschen, ohne den Vermieter zu fragen. Bewahr die alten Köpfe auf und schraub sie beim Auszug wieder an. co2online nennt im Schnitt rund 10 Prozent weniger Heizkosten. Herstelleranleitungen nennen als Standard das Ventilgewinde M30 x 1,5, für Danfoss-Ventile brauchst du einen Adapter.

Darfst du das als Mieter?

Ja. Das ist die gute Nachricht und sie ist eindeutig. co2online schreibt, dass Mieter den Vermieter nicht vorher informieren müssen, wenn sie die Thermostatköpfe auf eigene Kosten austauschen. Auch die Verbraucherzentrale bestätigt, dass du die Thermostate in der Mietwohnung selbst tauschen darfst.

Die Bedingung steht gleich dahinter: Die alten Thermostatköpfe gehören zur Wohnung und sind Eigentum des Vermieters. Du musst sie aufbewahren und beim Auszug wieder anbringen. Leg sie in einen beschrifteten Beutel, und zwar nicht in den Keller neben die Weihnachtsdeko, die du beim Umzug sowieso vergisst.

Wichtig ist die Grenze: Du tauschst nur den Kopf, also das Teil, an dem du drehst. Das Ventil darunter gehört zur Heizungsanlage. Laut Herstelleranleitung geht die Montage ohne Ablassen von Heizungswasser und ohne Eingriff in das Heizungssystem. Sind Ventil, Rohre oder der alte Thermostat sichtbar beschädigt, rät dieselbe Anleitung zum Fachmann. In der Mietwohnung heißt das: Vermieter informieren.

Was sie sparen

co2online nennt für programmierbare Thermostate im Schnitt rund 10 Prozent weniger Heizkosten. Umgerechnet sind das nach co2online etwa 105 Euro pro Jahr in einer 70-Quadratmeter-Wohnung und 205 Euro in einem Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern. Dahinter steckt eine einfache Regel: Jedes Grad weniger Raumtemperatur spart nach Verbraucherzentrale und co2online etwa 6 Prozent Heizenergie.

Zwei Einschränkungen solltest du kennen, bevor du rechnest:

  • Es kommt auf dich an. Die Verbraucherzentrale betont, dass die Ersparnis vom bisherigen Verhalten abhängt. Wer schon jetzt jeden Morgen und jeden Abend von Hand runterdreht, gewinnt vor allem Komfort. Wer nie runterdreht, spart am meisten.
  • In der Mietwohnung mit Zentralheizung sparst du nur beim Verbrauchsanteil. Nach § 7 der Heizkostenverordnung werden mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Heizkosten nach Verbrauch verteilt, der Rest nach Fläche. Den Flächenanteil zahlst du unabhängig davon, wie clever dein Thermostat ist.

Und eine Untergrenze: Die Verbraucherzentrale rät, ungenutzte Räume nicht unter 16 Grad abkühlen zu lassen, damit sich kein Schimmel bildet. Ein smartes Thermostat, das auf 12 Grad programmiert ist, spart zwar, kostet dich aber womöglich später eine Diskussion über Schimmel. Welche Temperaturen sinnvoll sind, steht unter optimale Raumtemperatur, zur Absenkung über Nacht mehr unter Nachtabsenkung.

Was sie kosten

Art Preis laut Quelle
Einfaches programmierbares Thermostat ab etwa 10 Euro (Verbraucherzentrale) bzw. 15 Euro (co2online)
Komplexere programmierbare Ausführung meist 50 bis 90 Euro (co2online)
Smart-Home-fähiges Thermostat ab etwa 40 Euro (Verbraucherzentrale)
Fensterkontakt ab etwa 25 Euro (Verbraucherzentrale)

Manche Systeme brauchen für die App-Steuerung zusätzlich eine Zentrale, die Anleitung des Beispielgeräts unten nennt etwa einen Access Point. co2online nennt als Funkwege WLAN, DECT oder Bluetooth. Rechne also pro Heizkörper plus Zentrale, nicht pauschal pro Wohnung. Und rechne ehrlich: Bei fünf Heizkörpern und einem Verbrauchsanteil von 50 bis 70 Prozent dauert es eine Weile, bis sich ein teures System bezahlt macht.

Passt das auf mein Ventil?

Hier liegt die eigentliche Stolperfalle. co2online rät, zuerst am alten Thermostatkopf und am Ventilunterteil nach Name oder Logo des Herstellers zu suchen. Damit findest du den passenden neuen Kopf und bei Bedarf den Adapter.

Was die Herstellerangaben zeigen, am Beispiel der Anleitung eines verbreiteten Geräts:

  • Die Überwurfmutter passt ohne Zubehör auf Ventile mit dem Gewinde M30 x 1,5 mm, laut Anleitung bei den gängigsten Ventilherstellern.
  • Für Danfoss-Ventile der Typen RA, RAV und RAVL braucht es einen Adapter. Bei diesem Gerät liegen drei davon bei.
  • Bei manchen Ventilen ist der Teil, der ins Gerät ragt, sehr schmal. Dafür liegt ein Stützring bei, damit der Kopf nicht wackelt.

Die Verbraucherzentrale schreibt, dass programmierbaren Thermostaten meist mehrere Adapter beiliegen. Welche genau, steht auf der Packung oder in der Anleitung. Lies das vor dem Kauf, nicht danach.

Den alten Kopf abnehmen

Den alten Kopf stellst du zuerst auf die höchste Stufe. Laut Herstelleranleitung drückt er dann nicht mehr auf die Ventilspindel und geht leichter ab. Die Verbraucherzentrale beschreibt drei Befestigungsarten:

Befestigung Werkzeug
Überwurfmutter Wasserpumpenzange, dann von Hand weiterdrehen
Klemmverbindung mit Schraube Schraubendreher
Bajonettverschluss Kein Werkzeug, hinteren Ring gegen den Uhrzeigersinn drehen

Sitzt der Ventilstift nach dem Abnehmen fest, weil der Kopf den Sommer über auf null stand, hilft der Abschnitt zum Ventilstift unter Heizkörper wird nicht warm. Das Beispielgerät aus der Herstelleranleitung führt nach der Montage eine Adaptierfahrt durch, um sich an das Ventil anzupassen. Ob und wie dein Gerät das macht, steht in seiner Anleitung.

Kurz-Check vor dem Kauf

  • Hersteller und Typ des Ventils notiert?
  • Adapter für dein Ventil im Lieferumfang oder separat gekauft?
  • Brauchst du eine Zentrale oder reicht Bluetooth oder WLAN?
  • Beutel für die alten Köpfe bereit?
  • Raumtemperatur in ungenutzten Räumen nicht unter 16 Grad programmiert?

Wie die Stufen am alten, mechanischen Thermostat funktionieren, erklärt der Artikel zu den Thermostat-Stufen. Bei Streit über Rückbau oder Schäden am Ventil helfen der örtliche Mieterverein oder die Verbraucherzentrale.

Häufige Fragen

Muss ich den Vermieter informieren, bevor ich Thermostate tausche?

Nein. Laut co2online müssen Mieter den Vermieter nicht vorher informieren, wenn sie die Thermostatköpfe auf eigene Kosten tauschen. Die alten Köpfe gehören aber zur Wohnung und bleiben Eigentum des Vermieters. Also aufbewahren.

Was passiert beim Auszug mit den smarten Thermostaten?

Die Verbraucherzentrale rät, die alten Thermostate unbedingt aufzubewahren, damit du beim Auszug den ursprünglichen Zustand wiederherstellen kannst. Du schraubst die alten Köpfe wieder an und nimmst deine smarten Geräte mit.

Wie oft muss ich die Batterien wechseln?

Die Verbraucherzentrale nennt für programmierbare Thermostate etwa alle ein bis zwei Jahre. Manche Modelle gewinnen Energie aus Wärme oder Licht.

Mein Heizkörper hat gar keinen Thermostat, nur ein Handrad. Und jetzt?

Dann ist der Vermieter dran. Nach Darstellung der Verbraucherzentrale ist er verpflichtet, alte Handventile durch Thermostatventile zu ersetzen, und das muss ein Fachbetrieb machen. Am Ventil selbst schraubst du nicht.

Quellen

  1. co2online: Smarte Thermostate, Kosten, Einsparung, Vor- und Nachteile
  2. Verbraucherzentrale: Heizkosten sparen, Thermostat richtig einstellen und wechseln
  3. eQ-3: Installations- und Bedienungsanleitung Homematic IP Heizkörperthermostat HmIP-eTRV-3
  4. § 7 HeizkostenV: Verteilung der Kosten der Versorgung mit Wärme

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