Reflexionsfolie hinter dem Heizkörper: Was sie wirklich spart
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Was die Folie überhaupt tun soll
Ein Heizkörper gibt Wärme auf zwei Wegen ab: Er erwärmt die Luft, die an ihm vorbeiströmt, und er strahlt Wärme ab, auch nach hinten in die Wand. Die Reflexionsfolie soll diesen Teil der Strahlung zurück in den Raum werfen. Im Baumarkt gibt es sie laut co2online oft als günstige Dämmmatte aus Polystyrol mit aufgedampfter Aluschicht.
Klingt schlüssig. Die Frage ist, wie viel Wärme hinten überhaupt verloren geht. Und die Antwort lautet in den meisten Wohnungen: wenig.
Was die Folie laut Fachleuten spart
Die Zahlen sind ernüchternd:
- Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima schätzt laut Öko-Test höchstens 4 Prozent der Heizkosten, und das nur in schlecht gedämmten Häusern. Bei 2.000 Euro Heizkosten im Jahr wären das rund 80 Euro, bei 800 Euro noch 32 Euro.
- Ein Energieberater der Verbraucherzentrale hält die Ersparnis im selben Artikel für so gering, dass sie kaum ins Gewicht fällt. Bei gedämmten Außenwänden sei der Effekt sehr gering.
- Mit der Zeit verstaubt die Folie, ihre Wirkung lässt laut Öko-Test dann nach.
Dazu kommt der Heizkörpertyp. Alte Gliederheizkörper strahlen mehr Wärme ab als moderne Plattenheizkörper, die vor allem die Luft erwärmen. Hinter einem Plattenheizkörper hat die Folie entsprechend weniger zu reflektieren.
Wann es sich doch lohnt: die ungedämmte Nische
Der interessante Fall ist nicht die Folie, sondern die Heizkörpernische. In vielen Gebäuden aus den 1960er und 70er Jahren sitzen Heizkörper in Nischen der Außenwand. Dort ist die Wand dünner, und direkt dahinter heizt der Heizkörper sie auf. Die Verbraucherzentrale beziffert den Verlust auf bis zu 30 Euro Heizwärme pro Quadratmeter Nische und Jahr.
Hier hilft Dämmung deutlich mehr als Reflexion. Ein Energieberater der Verbraucherzentrale bringt es bei Öko-Test auf den Punkt: Die Reflexion spielt kaum eine Rolle, die Dämmung schon. Die Verbraucherzentrale nennt dafür Phenolharzplatten, Aerogelmatten oder flexible Schaumstoffmatten. Eine reflektierende Oberfläche obendrauf sei eine leichte zusätzliche Verbesserung.
co2online nennt ein Rechenbeispiel: In einem ungedämmten Altbau spart eine gedämmte Nische rund 10 Euro im Jahr pro Heizkörper mittlerer Größe (1,60 Quadratmeter). Kein Lottogewinn. Mit den Materialpreisen der Verbraucherzentrale (15 bis 25 Euro pro Quadratmeter) kostet eine solche Nische rund 24 bis 40 Euro. Nach dieser Rechnung ist das Geld nach zweieinhalb bis vier Heizperioden wieder drin.
| Situation | Lohnt sich Folie oder Dämmung? |
|---|---|
| Heizkörper an einer Innenwand | Nein |
| Außenwand, Haus gedämmt | Kaum, der Effekt ist sehr gering |
| Außenwand ungedämmt, kein Nischenrücksprung | Etwas, eher mit Dämmplatte als mit reiner Folie |
| Ungedämmte Heizkörpernische im Altbau | Ja, am besten Dämmplatte mit Alukaschierung |
Was es kostet
Laut Öko-Test kostet Reflexionsfolie 5 bis 15 Euro pro Quadratmeter. Die Verbraucherzentrale nennt für übliche Dämmmaterialien in der Nische 15 bis 25 Euro pro Quadratmeter, echtes Aerogel bis zu 100 Euro.
Was du in der Mietwohnung beachten musst
Sprich vorher mit dem Vermieter. Das rät die Verbraucherzentrale ausdrücklich. co2online empfiehlt eine schriftliche Vereinbarung, weil bauliche Veränderungen grundsätzlich die Zustimmung des Vermieters brauchen. Darin kannst du gleich festhalten, ob die Dämmung beim Auszug bleiben darf.
Den Heizkörper nicht selbst abbauen. Damit eine Nische vollflächig gedämmt werden kann, muss der Heizkörper laut co2online unter Umständen abmontiert werden. Das ist ein Eingriff in die Heizungsanlage und Sache eines Fachbetriebs, den der Vermieter beauftragt. Du selbst arbeitest nur mit dem, was ohne Abbau hinter den Heizkörper passt.
Sauber und luftdicht anbringen. Die Verbraucherzentrale warnt: Sitzt die Dämmung nicht an allen Seiten luftdicht, steigt das Risiko für Schimmel zwischen Dämmung und Wand. Laut Öko-Test sollen auch bei Folie keine Luftblasen entstehen. Die glänzende Seite zeigt zum Heizkörper.
Was mehr bringt als Folie
Das Umweltbundesamt empfiehlt eine Dämmfolie hinter dem Heizkörper, nennt daneben Dinge, die gar nichts kosten: Möbel und Vorhänge nicht vor Heizkörper und Thermostat stellen und nachts die Rollläden herunterlassen, was die Wärmeverluste durchs Fenster nachts laut UBA um etwa 20 Prozent verringert. Ebenfalls sinnvoll für Mieter sind ein Thermovorhang und das Abdichten undichter Fenster. Und ein Thermostat, der auf der richtigen Stufe steht, spart ohne jeden Kleber.
Häufige Fragen
Welche Seite der Reflexionsfolie zeigt zum Heizkörper?
Die metallisch glänzende Seite zeigt zum Heizkörper, sie soll die Wärmestrahlung in den Raum zurückwerfen. So beschreibt es Öko-Test. Befestigt wird mit temperaturbeständigem Klebeband.
Bringt Reflexionsfolie bei einer Innenwand etwas?
Praktisch nichts. Hinter einer Innenwand liegt ein beheizter Raum, die Wärme bleibt also ohnehin in der Wohnung. Folie oder Dämmung lohnen sich nur an Außenwänden, und dort vor allem, wenn diese ungedämmt sind.
Kann Reflexionsfolie Schimmel verursachen?
Wenn sie schlecht angebracht ist, ja. Die Verbraucherzentrale Bayern warnt laut Öko-Test vor Luftblasen, in denen sich Feuchtigkeit sammeln kann. Die Verbraucherzentrale nennt bei Dämmung der Nische eine luftdichte Anbringung an allen Seiten als Bedingung, sonst steigt das Schimmelrisiko zwischen Dämmung und Wand.
Muss ich die Folie beim Auszug wieder entfernen?
Das hängt davon ab, was du mit dem Vermieter vereinbart hast. co2online empfiehlt eine schriftliche Absprache vor dem Anbringen. Dann ist auch geklärt, ob die Folie bleiben darf oder raus muss.
Quellen
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